Die Mietpreisbremse wirkt! Oder nicht?

Mietpreisbremse Die Mietpreisbremse wirkt – oder doch nicht? Das Bundesjustizministerium hat jetzt informationsseiten online gestellt. Das heißt, ein ganzes Portal!

Aus Sicht vieler Verbraucher ein wichtiger Schritt, da regelmäßig viele Fragen zum Inhalt des Gesetzes und somit zur Wirkungsweise der Mietpreisbremse auftauchen.

Wir haben ja auch schon darüber berichtet.

Die Fragen „Was darf der Vermieter? Welche Mieterhöhung sind erlaubt? Was ist ein qualifizierter Mietspiegel? Wozu dient der Mietspiegel? Was ist als Modernisierung zulässig? “ sind einige der Fragen, die Mieter immer wieder bewegen und auf den neuen Informationsseiten Antworten finden können.

Der Zeitpunkt ist allerdings nur aus Sicht des BMJ gut. Aus Sicht der Mieter längst überfällig. Möglicherweise hätten einige Entwicklungen sich anders ergeben.

Es gibt aber auch grundsätzliche Probleme, die das „Gesetz zur Mietpreisbremse und dem Bestellerprinzip für Maklerleistungen“ nicht regelt oder sogar auslöst. Experten sagen sogar, es wäre mit der heißen Nadel gestrickt.

Modernisierungen oder Instandhaltungen mit mittleren Investitionsvolumen lohnen nach Meinung dieser Experten kaum noch, da nur kleine Investitionen auf rechenbare Zeit nun nur noch lediglich mit der Miete wieder reingeholt werden können. Nur große Investitionen von mehr als einem Drittel der Neubaukosten, können wie bei Neubauten, zur Befreiung aus dem Gesetz führen.

Somit sind Vermieter in der Situation, zu überlegen, wieviel Geld müssen sie zum Werterhalt in ihre Immobilie investieren. Mittlere und größere Investitionen lohnen nicht, dann lieber sehr große Investitionen in die Immobilie, um anschließend die Miete für Neuvermietungen anzupassen. Dies geht jedoch nur in den begehrteren Wohnlagen, je nach Bedarf an Mietwohnungen. Oder es werden diese mittlere Investionen zusammen mit energetischen Modernisierungen durchgeführt, da auch diese Modernisierungen in ihrer Höhe unbegrenzt umgelegt werden können, das heißt 11% der Investionssumme pro Jahr – dauerhaft! So werden in den begehrten Lagen Investitionen gebündelt, um anschließend kräftige Mieterhöhungen umzusetzen, dagegen in den weniger begehrten Lagen nur noch unbedingt notwendige Reparaturen durchgeführt.

Ähnliche Wirkungen, jedoch begrenzt in ihrer Wahrnehmbarkeit , ist das Bestellerprinzip. Hier bezahlt derjenige, der den Makler mit der Dienstleistung beauftragt, die Courtage des Maklers. Viele Makler, die Mietwohnungen vermittelt haben, haben mittlerweile deutliche Umsatzeinbußen – wir haben darüber berichtet. Auf der anderen Seite werden jetzt die Gebühren für den Makler oft vom Vermieter bezahlt, vermeintlich! Oft werden die Kosten für den Makler ebenfalls mit auf die Miete umgelegt – wenn es der Markt hergibt – nur eben jetzt dauerhaft, statt der 2-3 Monatsmieten.

Kurz, die Tendenz in guten Wohnlagen an den Rand des Machbaren zu gehen, ist etwas stärker geworden, dagegen in den weniger guten Wohnlagen wird weniger investiert. Wie stark die tatsächlichen Auswirkungen sind, werden wir in ein bis zwei Jahren besser einschätzen können.

Hier zu den informationsseiten des Justizministeriums

1 Kommentar

  1. orhankilic

    Guten Tag,
    Wegen die „MIETPREISBREMSE“ sagen bereits viele Anleger „Goodbye MIETBREMSE“ und kaufen Immobilien im Ausland…,
    Wegen die „MIETPREISBREMSE“, sind auch Hotels und Altenheime die neuen Anlagefavoriten der Investoren…,
    und Allein von den 2,38 Nettomieten erhält unsere Stadt etwa 1 Milliarde Steuer Einnahmen!!! und diese werden dann natürlich fehlen.
    Herzliche Grüße
    Herr Orhan Kilic (Immobilienmakler-IHK)
    Genannt: „Mülheims umtriebigster Immobilienmakler“
    Homepage: http://www.as-makler.de

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